Hach, Sonic. Der blaue Igel war schon als kleiner Junge ein Muss für jeden Urlaub, und Regisseur Jeff Fowler gelingt es hervorragend, diese Faszination für Videospiele auf ganz eigene, oft unvorhersehbare Weise einzufangen. Ein Schnee-Level, den wir vielleicht nach dem Fußballtraining auf dem Sega Mega Drive oder später auf dem N64 gespielt haben, verwandelt sich in eine Verfolgungsjagd, die fast ein bisschen James Bond-Flair hat. Wo Dr. Robotniks Robo-Armeen uns jagen, werden Lawinen ausgelöst und unser neuer bester Freund Tails fliegt uns mit seinem Rotorschwanz über all diese Hindernisse. Genau wie in den Spielen. 

Man merkt in jeder Faser von Sonic: The Hedgehog 2 merkt man, dass vor und hinter der Kamera Menschen standen, die den kleinen knuddeligen Igel wirklich lieben, und das ist etwas, womit sich Hollywood normalerweise unheimlich schwer tut. Erst kürzlich hatten wir das Problem mit Uncharted, das eigentlich viel mehr ein Tom-Holland-Film ist, als dass es die Fans abholt, obwohl Sony gerade Uncharted 4 mit einigen Copy-and-Paste-Sequenzen aus Uncharted 3 verfilmt hat. Genau das tut Paramounts neuer Sonic-Blockbuster nicht. Es gibt unglaublich viele Anspielungen, Easter Eggs und einzelne Elemente aus Missionen der 30 Jahre alten Spieleserie, aber sie sind immer sehr harmonisch mit der eigentlichen Geschichte und dem Abenteuer verbunden. 

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Paramount hat verstanden, dass wir Gamer keineswegs eine 1:1-Adaption eines Spiels wollen, aber man hat das Gefühl, dass sich das Team dahinter Gedanken gemacht hat, wie man dem Ganzen eine neue Ebene geben kann. Man verbindet diese Welten und bringt viele Elemente aus den Spielen in Szenen ein, die wirklich passen und sich gut anfühlen. Außerdem kommt eine Menge Energie und kreativer Geist aus den Anspielungen auf große Hollywood-Blockbuster: Sonic wird als großer Filmfan inszeniert und spielt z.B. im Intro Batman in einer Filmszene, die in Bezug auf die Farbgebung und die Qualität der Kameraführung an Gotham City angelehnt ist. Das alles natürlich in einer kindgerechten Art und Weise, denn die Kinder sollen ja ihren Spaß mit "Sonic: The Hedgehog 2" Spaß haben sollen. Während "The Dark Knight" immer düster ist, nimmt Sonic nichts ernst und vernichtet dabei halb Seattle. 

Übrigens: Julien Bam, der Sonic seine Stimme leiht, spielt wirklich gut. Er vermittelt wunderbar den Leichtsinn der Figur in einem Moment, aber auch ihre Gelassenheit in viel brenzligeren Situationen. Die wilde und sehr explosive Verfolgungsjagd ist der Auftakt zu einem Abenteuer, das es schafft, alle Lager glücklich zu machen, und das ist wirklich sehr, sehr selten: Die Gamer, die Menschen, die Sonic als Videospiel lieben - ob auf dem Sega Mega Drive für die Retro-Fans unter uns, auf der Xbox 360 oder einer anderen Konsole. Aber auch Nicht-Gamer, die einfach einen rasanten, sehr liebevoll gemachten Familienfilm erleben wollen. 

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"Sonic Frontiers" soll die erste offene Welt von Sonic bieten und im Grunde genommen ist "Sonic: The Hedgehog 2" ist genau diese offene Welt in Filmform: Regisseur Jeff Fowler wechselt die Szenarien sehr oft und hat wirklich viele Überraschungen in petto. Wie gesagt, immer auf eine lächelnde Art und Weise. Es gibt die Fallen eines Indiana Jones und Sonic kann natürlich seinem Harrison Ford-Spruch nicht widerstehen. Und er treibt seinen wortkargen Gegner Knuckles in den Wahnsinn, weil er ihre kleine Fehde ständig mit einigen Hollywood-Stars vergleicht - wie Dwayne "The Rock" Johnson und Vin Diesel. 

Diese popkulturellen Einflüsse sind ein netter Zug, denn sie sorgen dafür, dass wirklich jeder Spaß an diesem Film haben kann. Selbst diejenigen, die noch nie etwas mit der Spieleserie zu tun hatten, werden immer wieder Anspielungen auf andere große Filme finden. Und Gamer wiederum werden Levels aus den Spielen wiedererkennen, etwa wenn Sonic und Tails die wirklich kniffligen Fallen umgehen müssen, die zu einem wertvollen Artefakt führen. Genau wie in Sonic Adventure! 

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Oder wie schwierig manche Wasserlevel waren, weshalb Sonic im Film immer ein bisschen Angst davor hat. Oder die Szene, in der wir uns durch einen Level bewegen, der sich, sagen wir mal, einfach viel bewegt - manche werden an ein bestimmtes Sonic-Spiel denken und in Erinnerungen schwelgen. Andere werden eher an Marvel, Transformers oder andere Robotergiganten der Popkultur denken. Und dann hat der Film natürlich Jim Carrey, der in jeder Szene skurril ist. So viel Spaß hat der Mann wahrscheinlich seit "Die Maske" nicht mehr in einem Film gehabt, Dr. Robotnik ist wie für ihn gemacht. 

Übrigens gibt es auch hier wahnsinnig viele Drehorte, die das Produktionsteam aus den Spielen übernommen hat, aber es wirkt nie aufgesetzt. Denn das ist schließlich die große Kunst einer Spieleverfilmung: Der Film muss für sich selbst funktionieren und darf nicht einfach ein verfilmtes Spiel sein. Auch hier Respekt an Paramount: Wer die Sonic-Spiele nicht im Detail kennt, wird von all dem nichts mitbekommen und trotzdem einen Haufen Spaß haben. Letztlich ist dies einfach ein lustiger Familienfilm mit tollen Spezialeffekten. 

Dr. Robotnik ist die perfekte Rolle für Jim Carrey und ein Gute-Laune-Film für die ganze Familie. 

:Dr. Robotnik ist die perfekte Rolle für Jim Carrey und ein Gute-Laune-Film für die ganze Familie. 

Jim Carrey begann seine Karriere als Hollywoods Witzbold - er war der richtige Mann für Gaggranaten wie "Ace Ventura" oder "Dumm und Dümmer". Und er ist einer, der sich gerne verwandelt - in "Der Grinch" oder "Die Maske", vielleicht seine kultigste Rolle. Lange, lange Zeit war er untergetaucht und aus dem Filmgeschäft ausgestiegen, aber jetzt, mit 60 Jahren, dreht er als Dr. Robotnik noch einmal richtig auf: "Er ist total verrückt, aber auch unglaublich schlau. Er ist ein Psychopath mit einem IQ von 300", sagt Jim Carrey selbst über seine Rolle.

Und genau so spielt er seine Figur auch. Er ist der sympathische Bösewicht mit dem Riesenschnauzbart, der ein eiförmiges Raumschiff als Kommandozentrale hat. Und eine ganze Armee von schneeweißen Drohnen, die aussehen, als kämen sie aus den Apple Labs. Aber er ist nicht nur die ganze Zeit böse, er trinkt auch gerne Milchkaffee mit frischer Ziegenmilch, den ihm sein Lakai - übrigens auch wunderbar gespielt von Lee Majdoub - liebevoll zubereitet. Carrey spielt den trotteligen James-Bond-Bösewicht auf so skurrile Art und Weise, mit all den Grimassen, für die man ihn liebt. Er bringt auch Knuckles mit auf die Erde, einen anthropomorphen Echidna-Krieger, über den wir aber nicht viel mehr verraten wollen.  

:Dr. Robotnik ist die perfekte Rolle für Jim Carrey und ein Gute-Laune-Film für die ganze Familie. 

Also ja, Sonic 2 erweitert das ganze Geheimnis, die Geschichte viel mehr. Der erste Teil hat sich viel Zeit genommen, um Sonic als Charakter und diese süße Familie, bei der er einzieht, zu etablieren. Und der zweite Teil geht jetzt viel tiefer und dreht sich um diese ganze Mythologie um die Meistersmaragde, diese superstarken Kristalle, bei denen man sich nur etwas ausdenken muss und dann passiert es wirklich. Und Tails ist so ein knuffiger Sidekick, der immer eine geniale Idee hat, irgendeine verrückte Technik ausprobieren muss und Sonic auch gerne aus dem Schlamassel rettet, weil der schnellste Igel der Welt sich gerne in Schwierigkeiten bringt.

Generell ist die Besetzung ziemlich gut gewählt: James Marsden (X-Men, Superman Returns) ist super geeignet für diese sanfte Papa-Rolle, denn eigentlich ist Sonic noch ein Kind, das auch ziemlich viel Blödsinn macht. Und auch seine Freundin Tika Sumpter hat ein paar coole Szenen; wir kennen sie aus "Ride Along" mit Ice Cube und Kevin Hart. 

:Dr. Robotnik ist die perfekte Rolle für Jim Carrey und ein Gute-Laune-Film für die ganze Familie. 

Und dann gibt es eine ziemlich große Besetzung, die in den skurrilsten Szenen zu sehen ist, die nichts mit den Spielen zu tun haben, aber diese Familienabenteuer-Komponente ganz gut einbringen und letztlich für viele komische Momente sorgen. Es gibt zum Beispiel eine Hochzeit, bei der allerlei Schlamassel passiert, aber viel mehr wollen wir nicht verraten. Das ist im Grunde der einzige wirkliche Kritikpunkt: Es passiert unglaublich viel, was dazu führt, dass einige der spannenden "Level" im Film etwas zu schnell abgehandelt werden, weil es für 120 Minuten fast zu viel Inhalt gibt. Letztlich soll "Sonic: The Hedgehog 2" ein Wohlfühlfilm für die ganze Familie sein, und das gelingt Regisseur Jeff Fowler sehr gut. 

Was uns allerdings am meisten überrascht hat, war, wie viele direkte Handlungen und Szenen aus den Sonic-Spielen in den Film übernommen wurden. Den ersten Film sahen 2020 in Deutschland 1,2 Millionen Menschen, aber sind das alles Sonic-Fans? Sega würde sich wahrscheinlich sehr freuen. Fans, die danach Ausschau halten, werden jede Menge Easter Eggs, Anspielungen oder sogar ganze Sequenzen finden, die teilweise aus neueren Sonic-Spielen, aber auch aus denen unserer Kindheit stammen. Filmsequenzen, die sich anfühlen wie ein Bosskampf auf der Konsole. Nur im Kino, mit Popcorn in der Hand und einem breiten Grinsen im Gesicht.

Fazit: Ein großes CGI-Feuerwerk für Sonic-Fans und alle, die es werden wollen. 

:Fazit: Ein großes CGI-Feuerwerk für Sonic-Fans und alle, die es werden wollen. 

Es ist faszinierend, wie gut sich CGI mittlerweile mit einer realen Kulisse verbinden lässt, denn Sonic und Tails sehen manchmal wie echte Charaktere aus. Nicht immer, vor allem wenn Sonic wie ein rasendes Geschoss rennt, muss natürlich viel gerendert werden, aber gerade in ruhigeren Szenen, wie z.B. einem sehr lustigen Tanzkampf in einer Hütte irgendwo im Nirgendwo, harmoniert die animierte Figur sehr gut mit den menschlichen Charakteren. Das ist sehr schön gemacht, auch wie Sonic mit seinem Vater interagiert, denn er ist eigentlich noch ein Kind, möchte aber gerne ein Superheld sein, weil er Batman, Spider-Man & Co. liebt. 

Und dann verbindet Paramount immer wieder Level aus den Spielen mit großen Popkultur-Filmen und verwendet gerne die Farbabstufung, die zum Film passt - ob "The Dark Knight" oder "The Fast & Furious", "Mission Impossible" oder "Indiana Jones". Es gibt eine aufregende Dynamik, die man von einem Animationsfilm wie diesem nicht erwarten würde und die erstaunlich nah an den Spielen ist. 

Vor allem, wenn man diesen Film mit z.B. Uncharted vergleicht, der zwar einzelne Szenen aus Naughty Dogs Meisterwerken entlehnt, aber zu selten den Charme der Spiele einfängt, bemühen sich Paramount und Jeff Fowler hier, die Fans der Sonic-Spiele abzuholen, vergessen aber auch nicht, eine Wohlfühl-Action-Komödie mit viel Slapstick-Komik abzuliefern, die der ganzen Familie Spaß machen wird. Die Gamer, weil sie viele Szenen aus den Spielen wiedererkennen werden. Und alle anderen, weil Sonic einfach ein knuddeliges Kerlchen zum Liebhaben ist und mit Jim Carrey den wohl skurrilsten Bösewicht der Filmwelt darstellt, der seit Ace Ventura und Die Maske nicht mehr so richtig aufgedreht hat. 

Wertung: 9,0 

Vorteile: 

  • Sicherlich einer der hochwertigsten Animationsfilme der letzten Jahre. 
  • Ein Film, der Sonic als Figur liebt und zelebriert 
  • Zahlreiche Schauplätze, die alle aus den Spielen stammen 
  • Geschickte Mischung aus moderner Hollywood-Popkultur und Sonic-Geschichte 
  • Liebenswerte, gut geschriebene Charaktere 
  • Eine insgesamt hochwertige Besetzung, die für einige Überraschungen sorgt 

Nachteile: 

  • Ein bisschen zu viel Inhalt für 120 Minuten, wodurch die Handlung manchmal etwas zu schnell abläuft 

Diesen Film muss man gesehen haben, und wenn Sie ihn herunterladen möchten, empfehlen wir StreamFab All-In-One, mit dem Sie Filme von den meisten beliebten Streaming-Seiten herunterladen können, darunter natürlich auch diese.