DVD komprimieren: DVD9 auf DVD5 verkleinern – ISO oder MP4/MKV
Zusammenfassung: DVD komprimieren lohnt sich vor allem dann, wenn Sie entweder eine DVD9 auf DVD5 verkleinern oder deutlich Speicherplatz sparen möchten. Soll Menü und Disc-Struktur erhalten bleiben, ist die DVD5-Route sinnvoll; für kleinere Dateien sind MP4 oder MKV meist die bessere Wahl. Wie stark Sie komprimieren können, hängt vor allem von Filmlänge, Extras, Tonspuren und gewünschter Bildqualität ab.
Inhaltsverzeichnis

DVD komprimieren bedeutet meist zwei Dinge: eine DVD9 auf DVD5 verkleinern oder einen DVD-Film als kleinere MP4- oder MKV-Datei speichern. Wer Menü, Kapitel und Extras behalten möchte, bleibt bei DVD5, ISO oder VIDEO_TS. Geht es vor allem um weniger Speicherplatz, sind MP4 und MKV meist die bessere Wahl.
Ich lande bei diesem Thema immer wieder bei derselben Abwägung: Eine DVD9 liegt vor, verfügbar sind aber nur DVD5-Rohlinge, oder die Sammlung auf Festplatte und NAS wird schlicht zu groß. Bei kürzeren Filmen funktioniert DVD9 auf DVD5 oft erstaunlich unauffällig. Bei langen, fast voll belegten Discs sieht die Sache anders aus. Deshalb würde ich zuerst entscheiden, ob die komplette DVD-Struktur erhalten bleiben soll oder ob am Ende nur eine möglichst handliche Videodatei gebraucht wird.
DVD komprimieren: Erst das Ziel festlegen
Beim DVD komprimieren geht es nicht immer um dasselbe. Eine DVD5-Kopie bleibt eine klassische DVD mit VIDEO_TS-Struktur, Kapiteln und bei passender Kopiermethode auch Menü und Extras. Eine MP4- oder MKV-Datei löst den Film dagegen aus dieser Disc-Struktur heraus. Sie ist meist deutlich handlicher, lässt sich aber nicht mehr wie die Original-DVD bedienen.
Was beim Verkleinern technisch passiert
Soll eine DVD9 auf DVD5 passen, muss die vorhandene Datenmenge reduziert werden. Bei einer klassischen Disc-Komprimierung bleibt die DVD-Struktur erhalten, während der MPEG-2-Videostream mit geringerer Bitrate neu berechnet wird. Bei MP4 oder MKV wird der Film dagegen in einen moderneren Codec wie H.264 oder H.265 transkodiert. Das spart deutlich mehr Platz, kostet aber Menü und Disc-Struktur. Je stärker die Komprimierung, desto eher fallen feine Strukturen, Bewegung und dunkle Flächen auf.

Wann sich das Komprimieren lohnt
DVD verkleinern lohnt sich vor allem dann, wenn viele Discs digital archiviert werden sollen oder eine DVD9 auf vorhandene DVD5-Rohlinge passen muss. Bei einer größeren Sammlung macht sich der Unterschied schnell bemerkbar: Eine komprimierte Filmdatei kann nur einen Bruchteil der ursprünglichen Disc-Größe belegen, ohne dass sie auf Notebook, Tablet oder normalem Fernseher sofort schlecht aussehen muss.
Für meine eigene Mediathek würde ich MP4 oder MKV nehmen, wenn Menü und Extras keine Rolle spielen. Soll die Disc später noch wie eine DVD funktionieren oder erneut gebrannt werden, bleibe ich bei ISO oder VIDEO_TS. Das ist weniger platzsparend, erhält aber die Struktur, wegen der man eine DVD überhaupt als Disc archiviert.
ISO, VIDEO_TS oder MP4/MKV: Welches Zielformat passt?

| Zielformat | Menü und Kapitel | Dateigröße | Geeignet für |
|---|---|---|---|
| DVD5 / VIDEO_TS | Ja, je nach Kopiermodus | bis zur DVD5-Zielgröße | DVD-Player, Brennen auf Single-Layer-DVD |
| ISO | Ja, wenn die Disc-Struktur erhalten wird | abhängig von 1:1-Kopie oder Komprimierung | Archivierung, virtuelles Laufwerk, späteres Brennen |
| MP4 | Nein | flexibel | TV, Notebook, Smartphone, Tablet |
| MKV | Nein | flexibel | NAS, Mediaplayer, mehrere Tonspuren und Untertitel |
Wenn ich eine DVD mit Menü archivieren möchte, nehme ich ISO oder VIDEO_TS. Geht es mir nur um den Film und eine kleinere Datei, sind MP4 und MKV angenehmer im Alltag. Wie Sie eine DVD als Abbild sichern, zeigt die Anleitung DVD als ISO speichern. Soll das Image später wieder auf einen Rohling, geht es mit ISO auf DVD brennen weiter.
Bei kopiergeschützten Discs gelten je nach Land besondere urheberrechtliche Regeln. Nutzen Sie die beschriebenen Verfahren nur für Inhalte, die Sie rechtmäßig verwenden dürfen, und prüfen Sie im Zweifel die für Sie geltenden Vorschriften.
DVD9 auf DVD5 verkleinern: Wo die Qualitätsgrenze liegt
Eine DVD9 bietet fast doppelt so viel Speicher wie eine DVD5. Wird eine fast volle DVD9 auf 4,7 GB verkleinert, muss also spürbar stärker komprimiert werden. Die Laufzeit allein entscheidet zwar nicht über die Bildqualität, sie ist im Alltag aber ein brauchbarer erster Hinweis. Bei Filmen um 90 Minuten sehe ich auf einem normalen Fernseher nach DVD9 auf DVD5 häufig nur geringe Unterschiede. Läuft ein Film dagegen 140 bis 150 Minuten oder ist die DVD9 mit mehreren Tonspuren und Extras fast voll, werden Blockartefakte und weichere Details deutlich wahrscheinlicher, vor allem in dunklen oder bewegungsreichen Szenen.
Das ist keine feste 150-Minuten-Grenze, sondern meine Erfahrung mit typischen Film-DVDs. Bei manchen Discs belegen Bonusmaterial, zusätzliche Sprachfassungen und Trailer rund ein Viertel bis knapp ein Drittel des Platzes. Wenn ich diese Inhalte ohnehin nicht brauche, spare ich durch Main Movie oder eine angepasste Kopie manchmal ungefähr 30 Prozent, bevor die Bildqualität überhaupt stärker angefasst werden muss. Genau deshalb prüfe ich bei langen DVDs zuerst, was auf der Disc wirklich erhalten bleiben soll, bevor ich die komplette DVD9 auf DVD5 drücke.
Qualität, Bitrate und Zielgröße sinnvoll wählen

Bei der DVD5-Route bestimmt die feste Zielgröße, wie stark komprimiert werden muss. Bei einer Videodatei ist die Entscheidung offener. Für DVD-Material mit 480p oder 576p ist RF 18 bis 22 bei H.264 oder H.265 ein brauchbarer Ausgangspunkt. Ich starte bei wichtigen Filmen lieber etwas großzügiger und gehe erst dann weiter herunter, wenn ein kurzer Testclip mit Bewegung, feinen Strukturen und dunklen Szenen noch sauber aussieht.
| Ziel | Auflösung | Einstellung | Menü | Qualitätsrisiko |
|---|---|---|---|---|
| DVD5 als ISO oder VIDEO_TS | DVD-Auflösung beibehalten | Zielgröße DVD5 | Ja | steigt mit dem nötigen Kompressionsgrad |
| DVD9 als 1:1-Kopie | unverändert | keine Neukodierung | Ja | kein zusätzlicher Verlust durch Komprimierung |
| MP4/MKV mit H.264 | 480p/576p beibehalten | RF 18 bis 22 als Ausgangspunkt | Nein | abhängig von RF-Wert und Encoder-Preset |
DVD komprimieren ohne Qualitätsverlust: Was ist realistisch?
Eine DVD9 auf DVD5 zu komprimieren ist technisch nicht verlustfrei, weil dafür Videodaten neu berechnet werden. Trotzdem kann das Ergebnis so gut aussehen, dass der Unterschied im Alltag kaum auffällt. Gerade bei einem 90- bis 120-minütigen Film mit überschaubaren Extras habe ich häufig lieber sauber auf DVD5 komprimiert, statt unnötig bei DVD9 zu bleiben. Wird die Disc sehr lang oder ist sie randvoll, lasse ich der Qualität dagegen mehr Luft. Eine echte 1:1-Kopie bleibt die einzige Variante ohne zusätzlichen Qualitätsverlust durch Neukodierung.
Ein Upscale auf 1080p macht eine DVD-Quelle nicht detailreicher. Wenn der Fernseher oder Player ohnehin hochskaliert, bringt das Hochrechnen beim Export meist nur mehr Rechenaufwand und kann die Datei vergrößern. Für eine Archivkopie würde ich die ursprüngliche DVD-Auflösung deshalb in der Regel beibehalten.
DVD komprimieren: Programme im Vergleich

Die drei Programme lösen nicht dieselbe Aufgabe. DVDFab DVD Copy ist auf DVD-Struktur, DVD5/DVD9, ISO und Ordner ausgelegt. HandBrake nehme ich, wenn am Ende einfach eine kleinere MP4- oder MKV-Datei stehen soll. DVD Shrink kann alte DVD-Strukturen weiterhin verkleinern, ist für mich heute aber eher ein Werkzeug für vorhandene Alt-Setups als eine Empfehlung für einen neuen Windows-PC.
| Programm | Ausgabe | Menüerhalt | Kopierschutz | Stand |
|---|---|---|---|---|
| DVDFab DVD Copy | DVD5, DVD9, ISO, Ordner | Ja, je nach Modus | Unterstützung für verschiedene DVD-Schutzverfahren | aktuell gepflegt |
| HandBrake 1.11.2 | MP4, MKV, WebM | Nein | umgeht keinen Kopierschutz | aktuelle Version von März 2026 |
| DVD Shrink 3.2.0.15 | DVD-Struktur, ISO | Je nach Bearbeitung | nur historischer Funktionsstand | letzte Version vom Juli 2004 |
Soll am Ende einfach eine MP4- oder MKV-Datei stehen, würde ich HandBrake nehmen. Es liest ungeschützte DVD- und Blu-ray-Quellen, erstellt aber keine neue DVD-Video-Struktur. DVD Shrink bleibt für alte Projekte interessant, wird jedoch seit vielen Jahren nicht mehr weiterentwickelt. Für DVD9 auf DVD5 mit Menü ist ein aktuelles Disc-Programm daher die deutlich passendere Wahl.

DVD komprimieren mit DVDFab DVD Copy
DVDFab DVD Copy ist vor allem dann interessant, wenn aus einer DVD9 eine DVD5 werden soll, ohne die DVD-Struktur aufzugeben. Insgesamt stehen sechs Kopiermodi zur Verfügung: Full Disc, Main Movie, Clone/Burn, Merge, Split und Customize. Für DVD9 auf DVD5 nutze ich Full Disc, wenn Menü und Extras mit sollen, oder Main Movie, wenn nur der Film wichtig ist. Customize ist sinnvoll, wenn ich einzelne Titel oder Sprachspuren gezielt weglassen möchte. Clone/Burn ist dagegen für die 1:1-Kopie gedacht und verkleinert die Disc nicht. Die Software lässt sich 30 Tage testen.

Wenn nur der Hauptfilm wichtig ist, spart Main Movie oft überraschend viel Platz, besonders bei DVDs mit mehreren Trailern, Bonusmaterial oder Sprachfassungen. Bei solchen Discs bin ich schon in einen Bereich von ungefähr 20 bis 30 Prozent weniger Daten gekommen, ohne die eigentliche Filmspur stärker komprimieren zu müssen. Full Disc ist die bessere Wahl, wenn Menü und Extras mit sollen. Wer die fertige Ausgabe lieber auf Festplatte behält, kann die DVD auf PC kopieren, statt sofort einen neuen Rohling zu brennen.
DVD9 in drei Schritten auf DVD5 verkleinern





Häufige Fragen zum DVD komprimieren
Q
Verliert eine DVD9 beim Komprimieren auf DVD5 sichtbar an Qualität?
Eine DVD9 muss für DVD5 stärker komprimiert werden, deshalb entsteht grundsätzlich zusätzlicher Qualitätsverlust. Wie deutlich er auffällt, hängt von Quelle, Laufzeit, Bildinhalt und den beibehaltenen Extras ab. Bei hoher Kompression werden Artefakte besonders in Bewegung und dunklen Szenen sichtbar.
A
Q
Soll ich eine DVD als ISO oder als MP4/MKV verkleinern?
ISO oder VIDEO_TS passen besser, wenn Menü, Kapitel und Disc-Struktur erhalten bleiben sollen. MP4 und MKV sind sinnvoller, wenn eine kleinere Datei für Fernseher, NAS, Notebook oder mobile Geräte wichtiger ist.
A
Q
Kann HandBrake eine DVD9 direkt auf DVD5 komprimieren?
Nein. HandBrake transkodiert unterstützte DVD-Quellen in Videodateien wie MP4 oder MKV, erstellt aber keine neue DVD-Video-Struktur für einen DVD5-Rohling. Außerdem umgeht HandBrake selbst keinen Kopierschutz.
A
Q
Kann ich ein komprimiertes DVD-Image direkt am PC abspielen?
Ja. ISO-Dateien und VIDEO_TS-Ordner lassen sich mit geeigneter Player-Software direkt von der Festplatte öffnen. Ob das ursprüngliche DVD-Menü vollständig funktioniert, hängt vom verwendeten Player ab.
A
Fazit: DVD5 für die Disc, MP4/MKV für kleine Dateien
DVD komprimieren heißt für mich nicht, jede Disc möglichst klein zu bekommen. Wenn eine DVD9 auf DVD5 soll und Menü oder Kapitel wichtig sind, bleibe ich bei der Disc-Komprimierung. Bei einem normalen 90-Minuten-Film kann das sehr ordentlich aussehen; bei langen, randvollen DVDs prüfe ich zuerst, ob Extras und zusätzliche Tonspuren wirklich mit müssen. Für NAS, Notebook oder Tablet nehme ich dagegen lieber MP4 oder MKV. Am Ende ist ein paar hundert Megabyte mehr Speicher fast immer besser als eine Datei, bei der dunkle Szenen schon sichtbar auseinanderfallen.




